Presseerklärung

09.10.2005

Stadtbahn wieder im Verkehrsentwicklungsplan

Der „neue“ Verkehrsentwicklungsplan (VEP) umfasst immerhin den Zeitraum von zehn Jahren und greift in einigen wenigen Ansätzen noch darüberhinaus. Eigentlich handelt es sich gar nicht um einen neuen VEP, sondern nur um eine Fortschreibung des VEP von 2000. Außer einer bundesweiten Haushaltsbefragung von 2002 sind kaum neu erhobene Daten in den Plan eingeflossen.

Angesichts eines so langen Zeitraums sind die konkreten Projekte erstaunlich bescheiden, gerade so als gäbe es bei uns in Wiesbaden in verkehrlicher Beziehung nur wenig Handlungsbedarf.

Hinsichtlich der Straßenbaumaßnahmen ist gegenüber dem Plan 2000, der auf die „grüne“ Dezernentin Christiane Hinninger zurückgeht, lediglich der vierstreifige Ausbau der Boelckestraße dazugekommen, alle anderen Ansätze waren bereits damals und zwar mit dem Planungsziel 2010 geplant, jetzt sollen sie 5 Jahre später fertig werden, das ist der ganze Unterschied!

Hinsichtlich etwaiger Rad- und Fußwegeverbesserungen gibt es, abgesehen vom „Veloring“, der auf Vorschlag von Bündnis 90/Die Grünen aufgenommen wurde, nicht einmal den Versuch einer Weiterentwicklung.

Beim ÖPNV gibt es eine Reduzierung der Planungsziele nahe gegen Null! Damals wurde mit viel Mut und Tatkraft das Stadtbahnprojekt entwickelt und im Gleichklang mit dem Planungsfortschritt auch die Finanzierung mit Mitteln von Land und Bund betrieben, so dass der Realisierung ab dem Jahre 2003 nichts im Wege gestanden hätte. In diesem Jahre hätte die Stadtbahn in Betrieb gehen sollen und sie hätte ihre positive Wirkung auf die Stadt und ihr wirtschaftliches Wohlergehen unter Beweis gestellt.

Im „neuen“ VEP ist auch wieder von einem Stadtbahnprojekt die Rede, welches irgendwann außerhalb des beplanten Zeitraums in Betracht gezogen werden könnte, wenn die Rahmenbedingungen es erlauben. Die Rahmenbedingungen werden erschwert dadurch, dass eine neue Straßenbrücke über den Rhein als Voraussetzung für das Stadtbahnprojekt herhalten muss, die mit 35 Millionen € veranschlagt ist. Das ist mehr als der Wiesbadener Finanzierungsanteil an dem gesamten Stadtbahnprojekt von 2001, das von vielen Wiesbadenern wegen seiner Kosten skeptisch betrachtet wurde.

Die Bürgerinitiative „Stadtbahn-ja“ empfiehlt ein weiteres Mal ihren Vorschlag, ein Stadtbahnprojekt zu entwickeln, das in der erste Betriebsstufe das reichliche Fahrgastpotenzial der Wiesbadener Innenstadt, des Hauptbahnhofs, des Berufsschulstandorts, des geplanten Verwaltungsschwerpunktes Mainzer Straße, des neuen Gewerbegebiets Petersweg Ost sowie der Ortsteile Mz.-Kastel und Mz.-Kostheim erschließt.

Wünschenswert wäre auf jeden Fall die Streckenführung von Bad Schwalbach über Taunusstein und Klarenthal in die Innenstadt, denn dies ist die vorrangige Pendlerstrecke nach Wiesbaden. Die Fahrgastzahlen sind nur deshalb nicht so hoch wie sie beispielsweise zwischen Wiesbaden und Mainz zu erwarten sind, weil es sich um Berufsverkehr handelt, der morgens in die Stadt hinein- und abends aus der Stadt hinausstrebt und die Züge der jeweiligen Gegenrichtung deutlich weniger Fahrgäste haben werden. Aber gerade das weist auf die große Wichtigkeit dieser Verbindung hin.

Es wird höchste Zeit, sich wieder konstruktiv mit dem Thema „Stadtbahn“ zu beschäftigen!

Für die „Initiative Stadtbahn - ja“

Hans-Ulrich Zastrau


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