Presseerklärung

12.05.2007

zum City-Link

Der an der Mainzer Straße neu entstehende Verwaltungsstandort mit Gerichten und städtischen Ämtern wirft seine Schatten voraus: die Mainzer Straße wird teilweise sechsspurig ausgebaut. Das bedeutet aber, dass die Verantwortlichen die Erreichbarkeit dieser publikumsintensiven Einrichtungen lediglich über Autos und Busse sicherstellen wollen und die bevorstehende Klimakatastrophe nicht in ihren Überlegungen berücksichtigen. Dabei ist seit mehr als zwanzig Jahren bekannt, dass wir in diese Klimakatastrophe hineinsteuern, aber sie haben es immer noch nicht begriffen! Auch die Enkel der heute Verantwortlichen werden fragen, was habt Ihr eigentlich gemacht, als es noch möglich war?

Stadtrat Prof. Pös stellt sich vor, dass „eines Tages der City-Link kommt“. Wann dieser Tag kommen wird, ob er überhaupt kommen wird, steht offensichtlich in den Sternen. Und was ist eigentlich der City-Link?

Seit einem Jahr besteht die jetzige Rathaus-Koalition, die sich die Untersuchung des City-Links zur Aufgabe gemacht hat; das geschieht in der Regel durch ein in Auftrag gegebenes Gutachten. Aufgrund der umfassenden Daten, die durch frühere Gutachten erhoben und verarbeitet wurden, zuletzt durch die Untersuchung „Rhein-Hessen-Netz 2004“, müsste das Gutachten schon längst vorliegen. Wer brütet denn darauf so lange herum und hindert das neue „Küken“ des Schienenverkehrs daran, an das Licht der interessierten Öffentlichkeit zu treten?

So weiß bis heute niemand, was sich eigentlich hinter dem Stichwort „City-Link“ verbirgt. Wir gehen einstweilen davon aus, dass es sich um eine Stadtbahn handelt, die vom Dernschen Gelände zum Wiesbadener Hauptbahnhof, zu dem neuen Verwaltungsschwerpunkt, zum Ostbahnhof, zum Gewerbegebiet Petersweg, dann nach Mz.-Kastel und weiter nach Mz.-Kostheim und/oder über die Theodor-Heuss-Brücke zur Mainzer Innenstadt führt. Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Und überfällig wäre er auch.

In Wiesbaden hätte schon seit zwei Jahren die Stadtbahn fahren können; damit wäre bis heute der Ausstoß des Klimakillers Kohlenstoffdioxid um ca 5.000 t verringert worden, das entspricht der Ladekapazität von etwa 250 Sattelschleppern, im Stau stehend wären das ca. 5 km. Wenn die Stadtbahn, wie von uns vorgeschlagen, gleich von Bad Schwalbach bis Mz.-Kostheim gebaut werden würde, würden jährlich ca. 6000 t Kohlenstoffdioxid eingespart, also die Ladung von 300 Sattelschleppern. Das könnte der Start zu einem modernen Stadtbahn-System sein, das auch andere Regionalbahnen mit einbezieht, die Ländchesbahn nach Niedernhausen und die Rheingaubahn nach Rüdesheim, dann ist mit einer Kohlenstoffdioxid-Einsparung von mehr als 10.000 t in jedem Jahr zu rechnen, also die Ladung von mindestens 500 Sattelschleppern, im Stau stehend ca. 10 km.

Und das wären bei Weitem nicht alle Vorteile: es ist erwiesen, dass Stadtbahnen die Wirtschaft ankurbeln, sie sind Kinder-, Frauen-, Senioren- und Behinderten-freundlich, sie entlasten die Innenstädte vom Autoverkehr, das kommt Handwerkern, Lieferanten und Lebensrettern zu Gute, die auf das Auto angewiesen sind, und mit Stadtbahnen gibt es weniger Giftgase, Feinstaub, Lärm und Energieverschwendung, sie sind anziehend für Touristen und Ausflügler, denn Stadtbahnfahren macht Spaß.

Also, wo bleibt das City-Link-Gutachten, damit es endlich weitergeht! Sonst werden wir von der Klimakatastrophe unweigerlich überrollt.

Für die „Initiative Stadtbahn - ja“

Hans-Ulrich Zastrau


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